05.03.2025 | PRESSEMITTEILUNG

Die halbe Strecke ist geschafft: Richtfest für das erste stationäre Hospiz im Kreis
Kreis Herford. Seit Sommer 2024 ist auf der Baustelle auf dem Grundstück „Unter den Linden 41“ in Herford reger Betrieb: Denn hier entsteht das erste stationäre Hospiz im Kreis Herford. „Ein Meilenstein für die Hospiz- und Palliativarbeit im Kreisgebiet“, wie Landrat Jürgen Müller betont.
Die bis dato hier ansässige Tagesklinik des Klinikums Herford war zuvor ausgezogen und hat ihre neuen Räumlichkeiten in der Ravensberger Straße bezogen.
Seit Juli 2024 ist auf der Baustelle Einiges passiert: Die Abbruch- und Entsorgungsarbeiten sind abgeschlossen, genauso wie die Fassadenreinigung, die Verfüll-Arbeiten im Keller sowie die Zimmer- und Dachdeckungsarbeiten im Bestandsgebäude.
Neben den Arbeiten am Bestandsgebäude wird auch ein Anbau errichtet. Auf rund 2200 m² Bruttogeschossfläche entstehen so zehn Gästezimmer. Neben dem Eingang wird ein barrierefreier Aufzug angebaut. An die Rückseite des Bestandsgebäudes wird ein Flachdachgebäude mit Dachterrasse, Gästezimmern und Aufenthaltsbereichen angebaut.
Das Besondere: Das bisherige Gebäude der Tagesklinik ist bereits über 130 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Es wird also gemäß denkmalpflegerischer Erlaubnis umgebaut und saniert.
Das verlangsamt jedoch nicht den Baufortschritt. Im Gegenteil: „Die Hälfte der Strecke haben wir hinter uns gelassen“, freut sich Andreas Heistermann, Amtsleiter des Liegenschaftsmanagements beim Kreis Herford. „Aktuell laufen Beton-, Maurer- und Stahlbauarbeiten im Altbau, anschließend werden die neuen Holzfenster für den Altbau geliefert und eingebaut“.
Der Landrat ist nicht nur wegen des Baufortschrittes zufrieden: „Wir werden mit den Baukosten voraussichtlich unter dem ursprünglich veranschlagten Betrag liegen. Das ist heutzutage keineswegs selbstverständlich“.
Weil es auf der Baustelle so zügig vorangeht, konnten nun alle Beteiligten gemeinsam das Richtfest feiern. Vertreter des Kreises Herford, der Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“, der Hospiz Herford gGmbH, der Arbeitsgruppe „Hospiz- und Palliativarbeit im Kreis Herford“ sowie viele weitere Unterstützerinnen und Unterstützer waren dabei.
Die Baukosten werden – neben einem Zuschuss der Sparkasse Herford – durch die Stiftung Zukunft im Wittekindskreis finanziert. Diese hatte das Gebäude bereits im September 2021 erworben. Betreiber des Hospizes ist die Hospiz Herford gGmbH – eine gemeinnützige und gemeinsame Tochtergesellschaft des Diakonisches Werkes im Kirchenkreis Vlotho und des Kirchenkreises Herford.
Ein stationäres Hospiz, welches eine umfassende Pflege, Unterstützung und Begleitung bietet, gibt es im Kreis Herford bislang nicht. Ein solches Angebot kann jetzt entstehen, um allen Menschen, die eine hospizlich-palliative Betreuung benötigen, einen Zugang zu ermöglichen.
„Der Hospiz- und Palliativgedanke wird immer wichtiger. Sei es aus humanitärer Sicht und sei es auch mit Blick auf den demografischen Wandel. Deshalb ist allen Beteiligten dieses Hospiz ein ganz großes und wichtiges Anliegen“, betont Landrat Jürgen Müller, zugleich Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“.
Zu den angesprochenen Beteiligten zählt in erster Linie natürlich der Betreiber, die Hospiz Herford gGmbH. Kerstin Hensel, Vorständin bei der Muttergesellschaft, dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Vlotho: „Beim Diakonischen Werk haben wir in Form von vielen verschiedenen Einrichtungen und Angeboten sehr viel Expertise und Erfahrung im Umgang mit älteren und auch mit kranken Menschen. Ein Hospiz ist natürlich eine sehr spezielle Einrichtung. Aber wir haben uns als Hospiz gGmbH ganz bewusst dafür entschieden, ein solch wichtiges Angebot für Herford und Umgebung an den Start zu bringen“.
Bis zur Fertigstellung des Gebäudes ist es nicht mehr lang. Ende 2025 soll es bereits soweit sein. Ob dieser Zeitplan eingehalten kann? „Wir sind zuversichtlich“, versichert Landrat Jürgen Müller.
Im Gebäude steckt viel Geschichte
Ursprünglich wurde das Gebäude „Unter den Linden 41“ als höhere private Tochterschule gebaut und bereits im Jahr 1880 mit sieben Klassenräumen eröffnet.
1890 wurde es mit einer weiteren Herforder Privatschule zur Städtischen höheren Mädchenschule zusammengelegt und ab 1899 zu einem Mädcheninternat erweitert. Schließlich wurde die Schule ab 1924 als eine kaufmännische und gewerbliche Anstalt genutzt.
Im Jahr 1977 wurde das Gebäude zum Wohnheim für die Schüler der naheliegenden Berufsschule. Zwanzig Jahre später folgte die Sanierung und der Umbau in eine Tagesklinik.
Stiftungsfond für die Hospiz- und Palliativversorgung
Der Kreis Herford hat bereits im November 2023 innerhalb der Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“ einen Stiftungsfond eingerichtet, der die Hospiz- und Palliativversorgung im Kreis Herford stärken soll. Die Mittel werden sowohl für das geplante stationäre Hospiz als auch für das ambulante Angebot im Kreis Herford verwendet.
Der Stiftungsfond ist dabei als Ausdruck bürgerschaftlichen Engagements gedacht: „Jeder, dem die Hospiz- und Palliativversorgung im Kreis Herford wichtig ist, kann den Stiftungsfond durch Zuwendungen gerne unterstützen“, erklärt Jürgen Müller.
Ausreichend ist eine Überweisung an die Stiftung mit dem Verwendungszweck „Zuwendung – Stiftungsfonds ‚Hospiz- und Palliativversorgung im Kreis Herford“. Die IBAN: DE83 4945 0120 0000 0275 24 (Sparkasse Herford)