11.09.2026 | PRESSEMITTEILUNG
Kreis Herford. Knapp 130 geladene Gäste waren am Freitagnachmittag in die Herforder Markthalle gekommen, um der feierlichen und symbolischen Schlüsselübergabe sowie der Namensenthüllung für das erste stationäre Hospiz im Kreis Herford beizuwohnen.
„Wir sind nicht weit vom Startschuss für die Inbetriebnahme entfernt“, betont Kreisdirektor Markus Altenhöner, der als Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“ ebenso wie Landrat Mirco Schmidt und Kerstin Hensel, Vorständin des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Vlotho, zu den Gästen sprach.
Der Name „Hospiz Villa Linde“ wurde dabei nicht per Zufall ausgewählt, verrät Kerstin Hensel: „Die Linde verkörpert Wohlwollen, Güte und Beständigkeit. Das knüpft direkt an unseren diakonischen Auftrag an. Ihre herzförmigen Blätter und ihr sanfter Duft schließen im Sommer die Herzen der Menschen auf. Auch wir möchten in der Villa Linde Herzen aufschließen, Menschen gewinnen. Unsere Gäste und ihre Zugehörigen genauso wie die Öffentlichkeit“.
Kerstin Hensel erhielt gemeinsam mit Holger Kasfeld (Mitgeschäftsführer der Hospiz gGmbH) durch Mirco Schmidt und Markus Altenhöner symbolisch einen großen Schlüssel überreicht. Denn die Hospiz Herford gGmbH, eine gemeinnützige und gemeinsame Tochtergesellschaft des Diakonisches Werkes im Kirchenkreis Vlotho und des Kirchenkreises Herford, wird das Hospiz betreiben.
Standort wird das historische Gebäude „Unter den Linden 41“ in Herford sein, das bis Sommer 2024 noch Sitz der Tagesklinik der Kreiskliniken war. Im September 2021 wurde es von der Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“ erworben. Die vom Kreis Herford gegründete Stiftung finanziert – neben einem Zuschuss der Sparkasse Herford – die Baukosten für das stationäre Hospiz.
„Das erste stationäre Hospiz im Kreis Herford ist zweifelsohne das größte Projekt, das wir als Stiftung gemeinsam mit unseren Partnern, vielen Wegbegleitern und Akteuren vorangetrieben und gestaltet haben“, betont Vorstandsvorsitzender Markus Altenhöner.
Das Besondere: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es wird also gemäß denkmalpflegerischer Erlaubnis umgebaut und saniert. Innerhalb weniger Monate hat die Stiftung hier ein Hospiz geschaffen: Neben den Arbeiten am Bestandsgebäude wurde auch ein Anbau errichtet. Auf rund 2200 m² Bruttogeschossfläche entstanden so zehn Gästezimmer. Neben dem Eingang wurde ein barrierefreier Aufzug angebaut. An die Rückseite des Bestandsgebäudes wurde ein Flachdachgebäude mit Dachterrasse, Gästezimmern und Aufenthaltsbereichen angebaut.
„Der Hospiz- und Palliativgedanke wird immer wichtiger. Hier geht es um Lebensqualität, Symptomlinderung, Autonomie und Würde. Und das alles stellen wir bei uns im Kreis Herford sicher – auch durch das neue stationäre Hospiz“, betont Landrat Mirco Schmidt, zugleich Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“.
Schmidt macht im Hinblick auf den demografischen Wandel und den medizinischen Fortschritt deutlich, worauf es zukünftig ankommt:
„Wenn wir das Leben verlängern können, müssen wir uns genauso intensiv damit beschäftigen, wie wir Menschen in dieser gewonnenen Lebenszeit und insbesondere am Lebensende begleiten. Denn irgendwann geht es nicht mehr darum, eine Krankheit zu besiegen. Dann geht es darum, Schmerzen und belastende Symptome zu lindern. Und vor allem geht es darum, dass ein Mensch bis zuletzt als Mensch gesehen wird – mit seinen Wünschen, seinen Bedürfnissen und seiner ganz persönlichen Geschichte. Genau dafür steht die Hospizarbeit im Kreis Herford – das schließt sowohl die ambulanten Angebote als auch das neue stationäre Hospiz mit ein“, so Mirco Schmidt.
Für Markus Altenhöner wird das Hospiz zu einem Ort, „an dem nicht nur danach gefragt wird, wie lange jemand noch lebt, sondern auch danach, wie gut diese verbleibende Zeit sein kann. Ein Ort, an dem es Zeit für Gespräche gibt. Für Angehörige. Für Sorgen und Ängste. Aber auch für einen Kaffee, ein Lachen, einen Besuch auf der Terrasse oder einfach für einen ruhigen Nachmittag.“
Kerstin Hensel versichert: „Wir werden den Gästen die letzte Zeit ihres Lebens so angenehm wie möglich gestalten. Dafür haben wir ein unglaublich engagiertes und fürsorgliches Team, das bereitsteht“.
Hensel sieht dabei das neue Hospiz nicht als Konkurrenzangebot zu den ambulanten hospizlichen Angeboten und Diensten: „Wir möchten eine ganz enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit ansteuern – ganz im Sinne der Menschen, die uns benötigen“.
Das werde sich auch in einer gemütlichen und wohnlichen Inneneinrichtung widerspiegeln, betont Hensel.
Landrat Mirco Schmidt und Stiftungsvorstand Markus Altenhöner dankten bei der feierlichen Schlüsselübergabe ausdrücklich allen Beteiligten, die das Projekt möglich gemacht haben. Dazu zählen die Sparkasse Herford, der Arbeitskreis „Hospiz- und Palliativarbeit im Kreis Herford“, das Kuratorium der Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“, das Diakonische Werk im Kirchenkreis Vlotho, der Kirchenkreis Herford, die Generalplaner und handwerklichen Betriebe sowie die zahlreichen Förderer.
Letztgenannte haben eine wesentliche Rolle gespielt: „Ohne Spenden wäre dieses so wichtige Projekt kaum realisierbar“, betont Kerstin Hensel.
Zu den besagten Förderern gehört auch Jürgen Müller, ehemaliger Landrat des Kreises Herford. Müller wünschte sich anlässlich seines Abschiedes im Oktober 2025 keine Geschenke, sondern sammelte stattdessen im Rahmen seiner offiziellen Abschiedsfeier Spenden für den Stiftungsfonds „Hospiz- und Palliativversorgung im Kreis Herford“ der kreiseigenen Stiftung „Zukunft im Wittekindskreis“. Und die Summe, die dabei zusammenkam, ist beeindruckend: Über 20.000 Euro!
„Wir sind Jürgen Müller sehr dankbar. Die hohe Spende zeigt, wie viele Menschen die Idee eines stationären Hospizes in unserem Kreis Herford teilen und unterstützen“, so Landrat Mirco Schmidt.
Ende Oktober wird auf dem Gelände des ersten stationären Hospizes ein Tag der offenen Tür stattfinden. Nähere Informationen hierzu werden zeitnah bekanntgegeben.
Für das Hospiz werden übrigens weiterhin Spenden gesucht.
Ausreichend ist eine Überweisung an die Stiftung mit dem Verwendungszweck „Zuwendung – Stiftungsfonds ‚Hospiz- und Palliativversorgung im Kreis Herford“. Die IBAN: DE83 4945 0120 0000 0275 24 (Sparkasse Herford)
Spenden können aber auch direkt an das Hospiz überwiesen werden: IBAN DE9349450120000029090 bei der Sparkasse Herford.